Kleine und große Geschenke der Rauhnächte

Vertrauen #2

In einem Traum habe ich mich selbst gesehen, wie ich geschubst oder getreten nach vorne stolpere und mich auf etwas stürze, auf etwas stütze, daran festhalte, es umklammere und umarme. Es ist die Hoffnung, die ich versuche fest zu halten. Die Hoffnung, dass es eines Tages anders ist, dass es besser wird, dass er bei mir bleibt, dass ich ihn halten kann, dass ich nicht wieder verletzt werde, dass alles gut wird.

Die Hoffnung stirbt zuletzt und ich habe sie im vergangenen Jahr sterben gespürt, habe erlebt und gefühlt wie es sich anfühlt, wenn sie dann doch stirbt, ein für alle Mal, endgültig und unwiederbringlich. Ich hoffe nicht mehr, ich habe mich von der Hoffnung verabschiedet und will sie nicht zurück. Die Hoffnung ist eine gebückte Haltung, die passiv abwartet, dass eine andere Kraft, eine andere Macht oder Gnade etwas für mich gut macht, zurecht rückt, ausbügelt, die Kurve kriegt oder flickt. Ich hoffe nicht mehr, dass etwas so oder so laufen mag, ich hoffe nicht mehr, dass es gut geht, ich vertraue darauf.

Und wenn ich nicht vertrauen kann? Wenn ich kein Vertrauen spüre? Dann habe ich wohl Zweifel. Dann ist es gut mich zu fragen woran ich zweifle, und ob das Misstrauen wohl der Wahrheit näher kommt als das Vertrauen. Ich hoffe nicht mehr, dass es dir gut geht, ich vertraue darauf, weil ich weiß, dass du gut für dich sorgst, was auch immer gerade deine Herausforderungen sind. Und wenn ich nicht vertraue, dann frage ich dich: Geht es dir gut?

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