Schon vor einigen Tagen, letzten Samstag, hatte ich einen Traum, der mich traurig, wütend und ratlos hat aufwachen lassen. Der Traum war bestimmt von Anspannung und Gewalt. Auch ich habe zu Gewalt gegriffen, was mein Herz verschlossen und mich mit einem Gefühl der Unfreiheit hat aufwachen lassen.
Am Morgen habe ich dann nach Wegen gesucht mich von dieser Energie zu befreien, und zu verstehen, was mir der Traum sagen wollte. Ich habe meine Wohnung geräuchert und als ich bei meinem kleinen Altar angelangt war habe ich die Einladung zum Gespräch wahrgenommen. Die weisen Frauen, die Göttinnen, die ich dort ehre, waren bei mir und sie trugen mir in unserem Gespräch auf folgendes mit euch zu teilen:
Was ist es, was das Herz wieder leicht macht und befreit? Es ist Freiheit und Frieden.
Wir stehen an der Schwelle. Wir stehen hier und jetzt an der Schwelle, an der sich entscheidet ob wir diesen Weg oder den der Unfreiheit und Gewalt wählen. Es geht darum den Weg in die Freiheit zu finden und diesen Weg finden wie nur indem wir selbst frei sind. Doch wie gelangen wir dort hin? Zur inneren Freiheit, Freiheit wahrhaftig zu empfinden? Der Weg führt durch den Frieden.
Was auch immer wir im Außen leben wollen müssen wir erst im Innern sein.
Ich fragte die Weisen wie jede und jeder in diesen Zustand des inneren Friedens finden könne und eine Frage kam zurück: “Kannst du dir selbst verzeihen?”
Es ist eine Sache jemand anderem zu verzeihen. Kränkung, Unrecht oder schlimmeres. Eine andere Hürde empfinde ich dabei mir selbst Entscheidungen, Taten oder Worte zu verzeihen. Viele Jahre trage ich manch eigene Schuldsprüche mit mir rum, ohne daran zu denken mich nicht mehr für diese oder jene Entscheidung zu verurteilen oder schlecht zu machen. “Aus Fehlern lernt man” wissen wir alle. Doch dass wir uns die selben “Fehler” verzeihen dürfen und sogar dankbar dafür sein können steht wenn, dann nur sehr klein gedruckt.
Wir können uns eigene “Fehler” verzeihen, wir dürfen und sollten dies tun, denn, das Leben macht keine Fehler. Für welche Entscheidung auch immer wir uns verurteilen, es war die Entscheidung, die uns ins hier und jetzt geführt hat. Und wir sind hier weil hier eine Station auf unserem lebenslangen Lernweg ist. Das soll so sein. Schau dich um, wo stehst du? Wo stehst du gerade in deinem Leben? Vielleicht an einer Schwelle?
Uns selbst zu verzeihen hinterlässt ein Gefühl der Leichtigkeit und des Friedens in uns, und wir können das, was wir erlebt haben als Erfahrung annehmen und nicht als ungeliebte Erinnerung verdrängen. Erkennen wir den immensen Wert dieser einzigartigen, ganz persönlichen Erfahrung, kommt wie von selbst ein Gefühl von Dankbarkeit hinzu. Es war diese Erfahrung, die uns gewarnt hat, die uns ermahnt hat, die uns bestraft hat und uns vielleicht sogar beschenkt hat. Sie hat uns in jedem Fall ein Stückchen Weisheit geboten, es liegt an uns dies zu erkennen.
Uns selbst zu verzeihen und vielleicht sogar dankbar zu sein lässt uns tief durch atmen, entspannen und ein herrliches Gefühl der Befreiung zu. Nur in diesem Gefühl finden wir auch den Weg in äußeren Frieden und Freiheit. Und ich glaube, dass niemand, der dies nicht in sich spürt, anderen den Weg dorthin zeigen kann. Finde deinen eigenen Weg in die Freiheit. Er beginnt bei dir.
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