Es war am Mittag des 12. Januar, als ich, nach einem sehr klaren Traum am Morgen, so langsam wieder aus der Anderswelt auftauchte, zu mir kam und plötzlich alles Sinn machte.
Ich verstand, dass sich das, was ich am 1. Januar gesehen und gespürt hatte fortsetzte und Wahrheit zu werden schien.
Es ist noch immer und auch schon fünf vor zwölf.
Wie lange noch? Das weiß ich nicht!
„Die Zukunft hat begonnen und ich werde, hier und heute, in der Vergangenheit, in meinem Geburtsjahr 1979, in sie hinein geboren.“
Das war es was ich am 1.Tag des Jahres 2022 sah und spürte, unmissverständlich, im Nebel in schwarz-weiß gehüllt, doch so klar wie das kalte, ruhige Wasser des Sees an dessen Ufer ich stand. Die Zukunft hatte begonnen und ich stand mitten drinnen.
Ich fragte mich wie lange ich wohl brauchen würde um wieder hier anzukommen, mit der Zeit synchron zu laufen und zuletzt, ob das überhaupt eintreten würde. Doch die Frage stellte sich eigentlich nicht. Ich bin die ganze Zeit synchron und zeitgleich gar nicht mehr. Mein Leben schien langsamer zu laufen als Zeitlupe. Ich musste an Kassiopeia aus Momo denken und die Niemals-Gasse. Die Zeit des Kosmos um mich herum hingegen, schien zu galoppieren. Mir wurde klar, dass ich mit jedem Tun einen Akt der Vergangenheit ausübte, eine Bewegung, Handlung, Tat in einem rasch und längst vergangenen Moment, mich in der Vergangenheit bewegte, auf der Schattenseite der Zeit. Nur im Sein entsteht das Jetzt und vergeht sogleich auch wieder, im Moment an dem sich Zukunft und Vergangenheit treffen, dort wo der Kreis sich schließt und die Ebenen der Zeit sich berühren. Die kosmische Zeit und die unsere. Nirgends und niemals sonst sind Entstehen und Vergehen so nah beieinander, sind Geburt und Sterben, sind Leben und Tod eins.
An diesem Tag habe ich Vergangenheit und Zukunft in einem empfunden, die Dualität hat sich aufgelöst und aus der Geraden hat sich der Kreis geschlossen, so wie alles in Kreisen und Kreisläufen existiert. Ich erlebe, wie sich Zukunft und Vergangenheit in der Mitte, in meinem Sein treffen und für einen Moment sind.
So empfand ich auch noch am selben Abend, als mich in einer Schwitzhütte Visionen und Empfindungen erreichten, die ich als Wahrheit verstanden habe. Wie sonst sollte ich etwas nennen, das das Universum selbst mir eröffnet?! Die Schwitzhütte, in der ich saß, war die ganze Welt, die ganze Menschheit in ihr versammelt und über uns erstreckte sich in seiner Unendlichkeit der Nachthimmel, das Universum in seiner Unendlichkeit, und lud mich in die Zukunft ein.
Ich fand mich im Chaos wieder. Die Energie, die mich umgab war anstrengend, heiß, laut, unruhig, drückend, und spitzte sich zu, wurde fast gewaltsam.
Die äußeren Grenzen hielten dem stand, so dass das Energiefeld nicht zerfiel, das Chaos in ihm blieb und nicht entweichen konnte. Die äußere Grenze floss eher sanft um uns und bewahrte uns durch ihre Ausstrahlung von Vertrauen vor dem Kollaps. Innerhalb dieser Grenzen war alles erlaubt, gab es keine Einschränkungen oder Ordnung, alles konnte sich frei entfalten und auch zerfallen. Alte Ordnungen lösten sich auf und Widerstände regten sich, Unsicherheiten wurden laut und Ängste.
Wir befanden uns im Bauch von Mutter Erde, was uns hielt waren Wärme, Kraft der Stille, der inneren Einkehr und Vertrauen. Es waren Kräfte der Weiblichkeit, die uns umgaben, den Raum füllten und die wir mit jedem Atemzug in uns aufnahmen. Aufnehmen mussten, sie nährten uns und waren unsere einzige Quelle Ruhe zu bewahren und Kraft zu schöpfen für die unabwendbar bevorstehende Geburt in etwas Neues.
Es waren Männer und Frauen, die uralte, schon immer regierende Stärken schwinden spürten, die laut stöhnten. Widerstand regte sich gegen den Entzug, das schwinden der männlichen Vorherrschaft und das Anwachsen der neuen, weiblichen Kräfte. Kein aufrecht halten war möglich, kein sich daran festhalten, der Kreislauf drehte sich so unaufhaltsam weiter wie das Universum unendlich ist. Weiter in Richtung Zukunft, die auch immer die Vergangenheit mit sich bringt. Der Prozess des Schwindens und Erstarkens, des Ausgleichs von Kräften und des Sterbens um neu geboren werden zu können war und ist längst im Gange. Widerstand zwecklos. Es war mein Empfinden von Vertrauen und Hingabe, das mich irgendwann laut lachen ließ, um mich herum etliche laut stöhnende und brüllende Menschen. Ihr Kampf gegen den Verlust war so spürbar, ihr festhalten bereitete ihnen Schmerz.
Ich musste tief in mich eintauchen um Kraft in der Tiefe zu finden, in der Stille in mir, und im Vertrauen, welche die Energie des weiten Raumes ausstrahlte, die alles zusammen hielt. Wie lange der Zustand des Chaos anhielt kann ich unmöglich sagen, doch als sich die Wogen glätteten kam eine friedliche Stille auf, Erschöpfung und Erleichterung.
Die Geburt, die darauf folgte war leicht und die unbeschwerte Freude, Liebe und Verbundenheit, ungezügelte Heiterkeit und tiefe Dankbarkeit hielten lange an. Sehr lange.
Was ich glaube erlebt zu haben war die Befreiung der weiblichen Energie in jeder und jedem. Damit verbunden sind Wehen und Schmerz, Widerstand und das Aufbäumen der männlichen Energie, die ihre Vorherrschaft schwinden sieht. Doch die Geburt hat begonnen und ist nicht mehr aufzuhalten; der Umbruch/die Verschiebung der Kräfte stürzt uns individuell und als Gesellschaft und Menschheit ins Chaos. Nun gilt es Ruhe zu bewahren und sich ganz auf sich zu besinnen, Balance herzustellen zwischen äußerem Lärm und innerer Ruhe, die Kraft der Ruhe nach außen zu senden. Niemand wird zurück bleiben, die/der es nicht will, alle können es schaffen, und die, die es nicht wollen werden uns verlassen.
ich wünsche DIR diese Zukunft in Balance und Ruhe
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🙂 danke! das wünsche ich dir auch!
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